#1/19 Blickpunkt

„Ohne mein Ehrenamt geht es nicht“

Rolle, Rad und Handstand: Melanie Tobias, Abteilungsleiterin von 6SZB01, ist ehrenamtliche Trainerin in der Turnabteilung des TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V. Im Interview erzählt sie, was sie antreibt und wie sich ihr Engagement im Verein über die Jahre gewandelt hat.

Gibt es etwas, das Sie von Ihrem Engagement als Trainerin gelernt haben?

Tobias: Bestimmte Figuren klappen nicht gleich am Anfang. Aber mit viel Üben gelingt es meist, und die Kinder lernen: „Mein Körper kann es doch.“ Allgemein sehe ich im Sport, dass Eltern einfach den Mut brauchen, Kindern auch mal was zuzutrauen.

Der Konzern wurde mehrfach als ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet. Wie trägt er dazu bei, dass Sie sich ehrenamtlich engagieren können?

Tobias: Dass wir Gleitzeit haben, hilft mir sehr. Aktuell trainiere ich einmal in der Woche eine Gruppe Jungs im Alter von fünf bis 13 Jahren. Meine Führungskraft und meine Mitarbeiter kennen den Termin und versuchen, Meetings und Besprechungen, wenn es geht, auf einen anderen Zeitpunkt zu legen. Für das Verständnis bin ich sehr dankbar.


Vielen Dank für das Gespräch, Frau Tobias!

Die Fragen stellte Kerstin Gubitz.

Wärme für Wohnungslose

V.l.: Michael Menges, Betriebsratsvorsitzender Standort Saarbrücken; Carmen Hauprich, Vertriebsbereichsleiterin SAARLAND; Claudia Toussaint, Bezirksleiterin Generalagentur Toussaint; Dr. Dirk Hermann, Vorstandsvorsitzender SAARLAND-Versicherungen; Willi Toussaint, Generalagent der SAARLAND

Michael Menges (1BR03) engagiert sich seit drei Jahren im Kältebus in Saarbrücken

Der Kälte­bus, ein alter Gelenk­bus, steht von etwa Mitte Dezember bis Ende März – je nachdem, wie lange es kalt ist – am Römer­kastell in Saar­brücken und ist jede Nacht von 21 bis 6 Uhr eine stadt­bekannte Anlauf­stelle für Menschen ohne Wohnung. Die derzeit rund 130 ehren­amtlichen Mitar­beiter arbeiten in drei Schichten jeweils drei Stunden lang. Das Essen wird üblicher­weise von Spendern gekocht. Sollte einmal keine Spende da sein, kochen sie in einem Küchen­wagen nebenan, was der Fundus gerade hergibt. Auch die Kinder von Michael Menges, Betriebs­rats­vor­sitz­ender am Standort Saar­brücken, haben mit ihm mal ein Abend­essen zubereitet. Im Bus geben die Ehren­amtlichen jede Nacht etwa 50 bis 60 warme Mahl­zeiten und heiße Getränke aus. Hier gibt es Woll­decken, Sitz- und 25 Schlaf­plätze, doch viele kommen nur zum Essen und Reden her. Neben dem Bus stehen WC-Häuschen, Duschen und eine wärmende Feuer­tonne. Lieferanten bringen Lebens­mittel, Kleidung, Feuer­holz und allerlei andere nützliche Sachen kostenlos vorbei. Bedürftige bekommen auch Lebens­mittel und warme Kleidung geschenkt. Die Stadt Saar­brücken stellt die Fläche sowie Wasser und Strom kostenlos zur Verfügung.


Seit 2014 besitzt und betreibt der Verein „Hilfe für obdachlose Menschen im Winter e.V.“ den Kältebus, und zwar gemein­nützig, rein ehren­amtlich und komplett eigen­ständig.

Michael Menges gibt im Kältebus warme Mahlzeiten aus.

„Die meisten Menschen, die zum Kältebus kommen, sind höflich, nett und dankbar“, berichtet Michael Menges. Auch die Polizei bringt regelmäßig Gäste dorthin. Niemand wird hier abgewiesen; nur wer Unruhe stifte oder erkennbar unter Drogeneinfluss stehe, werde nicht hereingelassen, erzählt Menges.


Gegen 22.30 Uhr beginnt die Nachtruhe, ab halb sechs gibt es Frühstück: belegte Brote, Kaffee und „ein Care-Paket mit auf den Weg“. Nach sechs Uhr schließen sich die Bustüren. Tagsüber gibt es in Saarbrücken andere Möglichkeiten, zum Beispiel Wärmestuben.


Inzwischen erweitert der Verein sein Angebot und spricht mit Friseuren, einem Augenarzt und mit Tierärzten, da viele der Gäste einen Hund haben. Alle wollen ihre Dienste günstig mit dem Verein abrechnen oder den Wohnungslosen kostenfrei anbieten.


In der Nacht vom 22. Januar war die Schicht komplett mit Mitarbeitern der SAARLAND Versicherungen besetzt, darunter auch Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Hermann. Am Morgen danach sagte er: „Diese Stunden im Kältebus haben mich schon sehr beeindruckt und der Dienst zusammen mit den Kollegen hat auch viel Spaß gemacht.“


Michael Menges hat derzeit mindestens in einer Nacht pro Woche Schicht im Kältebus. Sein Arbeitgeber unterstützt ihn insofern, als er die flexible Arbeitszeit nutzen kann und am Folgetag keine frühen Termine vereinbart. Die SAARLAND Versicherungen unterstützen den Verein auch mit jährlichen Geldspenden.


Willi Toussaint, Inhaber einer SAARLAND-Generalagentur in Blieskastel, und seine Frau sowie einige andere Mitarbeiter der SAARLAND und der UKV helfen ebenfalls regelmäßig im
Bus mit.


Über den Facebook-Auftritt werden die Sachspenden inzwischen kanalisiert – zum Beispiel wenn es gerade an etwas fehlt. Link zu facebook.com: @kaeltebus.saarbruecken.
Ehrenamtliche Helfer sind beim Kältebus immer gern gesehen.

Kontakt:

info@kaeltebus-saarbruecken.de

Tel. (01 63) 1 71 86 11

Jürgen Haux

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