#3/19 Vertrieb + Markt

Fast 1,8 Millionen Bayern haben sich Anfang des Jahres für das Volks­be­gehren Arten­vielfalt ein­ge­tra­gen und damit ein klares Ja zum Schutz der Bienen und anderer tierischer Arten gegeben. Damit wurde es zum bisher erfolg­reichsten Volks­begehren in Bayern. Am 17. Juli hat der Landtag den zu­ge­höri­gen Gesetz­ent­wurf an­ge­nommen. Doch bereits im Juni wurden 15 bayerische Firmen für ihr En­ga­ge­ment zum Schutz der Natur und der Er­haltung der Arten­viel­falt vom Blühpakt Bayern geehrt. Ab sofort dürfen sie sich Blühende Betriebe nennen – darunter auch zwei unserer Groß­kunden: das Bau­unter­nehmen Kilian Willibald GmbH und der Natur­heil­mittel­her­steller die

Salus-Unternehmensgruppe.

Isabella Kratzer

Kilian Willibald GmbH

Salus-Gruppe

Über drei Ge­ne­ra­tio­nen hat sich die Familie Willibald in der Bau­branche zu einem mittel­ständischen Familien­unter­nehmen in Lenggries entwickelt. Aktuell arbeiten 95 Mit­ar­beiter­innen und Mit­ar­beiter an vier Stand­orten in den Bereichen Tiefbau, Wasser­bau und Landschafts­bau.


Aber wie wird ein Bau­betrieb mit Last­wagen, Bagger und Co zum Blühenden Betrieb? Diplom­ingenieur Kilian Willibald, Inhaber des Familien­unter­nehmens, gibt Ein­blicke, wie die Natur­flächen auf dem Betriebs­gelände gestaltet sind und die Firma die Aus­zeichnung erhielt.

Auf einer Gesamt­fläche von einem Hektar erstreckt sich der Haupt­sitz der Kilian Willibald GmbH in Lenggries. 3 600 Quadrat­meter davon – circa zwei Eis­hockey-Felder – sind Blühflächen. Die Natur­räume bestehen aus Böschungen mit einer Natur­stein­mauer und einer kleinen Fluss­land­schaft, die sich als gute Lebens­räume für Insekten, Reptilien und Klein­tiere eignen. Außerdem gibt es eine Wiese mit zahl­reichen jungen und alten Obst­bäumen, in denen sechs Nist­kästen für Meisen und Stare und zwei spezielle Kästen für Fleder­mäuse gepflegt werden. Alle Kästen sind gut belegt.


„Es ist schön zu sehen, wie viele verschiedene Tiere und Pflanzen hier bei uns leben“, sagt Kilian Willibald, „Schon seit dem Jahr 2000 be­wirt­schaften wir die Außen­anlagen im Süden und Westen des Geländes natur­nah und versuchen seit jeher, möglichst viel Grün um unseren Be­trieb zu erhalten.“

Claus Kumutat, Präsident des bayerischen Landesamts für Umwelt (links), überreicht die Urkunde zum „Blühenden Betrieb“ an Ingrid Willibald, Mitarbeiterin in der Unternehmensverwaltung, Andreas Stubenrauch, kaufm.-techn. Angestellter, Bearbeiter der Bewerbung zum Blühenden Betrieb, und Inhaber Kilian Willibald.

Grünflächen in einem Bau­unter­nehmen? Wie kann man sich das vor­stellen, wenn täglich schwere Trans­port­wagen ein- und aus­fahren? „Auf unserem Gelände sind die Ver­waltung und die Stell­plätze für unsere Fahr­zeuge an­ge­sie­delt – gebaut wird da nicht. Autos und Last­wagen fahren zwar hier, doch in die Nähe der Blühflächen kommen sie nicht“, erklärt Willibald.


Natürlich machen die Blühflächen auch Arbeit. „Wichtig ist, dass die Felder nicht ver­buschen. Sonst blühen dort im nächsten Jahr keine Pflanzen mehr“, erklärt Willibald. Einmal im Jahr nach der Blütezeit müssen die Flächen daher gemäht werden. Darum kümmern sich entweder Sub­unter­nehmer, die auf Natur­schutz­flächen spezialisiert sind, oder Kilian Willibald selbst. Auch tierische Hilfe hat die Firma: Fünf Schafe leben auf den Wiesen und „mähen“ auf natürliche Weise die Felder.


Für das nächste Jahr überlegt sich Kilian Willibald, noch ein paar Ziegen „ein­zu­stellen“: „Diese sind leichter als Schafe und können sich am steilen Hang gut bewegen. Dort könnten sie das Gehölz fressen, sodass weniger Büsche entstehen und mehr Pflanzen blühen.“