#3/19 Vertrieb + Markt

Fast 1,8 Millionen Bayern haben sich Anfang des Jahres für das Volksbegehren Artenvielfalt eingetragen und damit ein klares Ja zum Schutz der Bienen und anderer tierischer Arten gegeben. Damit wurde es zum bisher erfolg­reichsten Volks­begehren in Bayern. Am 17. Juli hat der Landtag den zugehörigen Gesetzentwurf angenommen. Doch bereits im Juni wurden 15 bayerische Firmen für ihr Engagement zum Schutz der Natur und der Erhaltung der Ar­ten­viel­falt vom Blühpakt Bayern geehrt. Ab sofort dürfen sie sich Blühende Betriebe nennen – darunter auch zwei unserer Groß­kunden: das Bau­unter­nehmen Kilian Willibald GmbH und der Natur­heil­mittel­her­steller die

Salus-Unter­nehmens­gruppe.

Isabella Kratzer

Seit mehr als 100 Jahren hat Umweltschutz bei Salus Tradition. Mittlerweile beschäftigt die Unternehmensgruppe mit Sitz in Bruckmühl mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vertreibt ihre Naturprodukte auf der ganzen Welt. Die beiden Geschäftsführer Otto Greither und Dr. Florian Block haben es sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Kräuter und Heilpflanzen für ihre Erzeugnisse aus ökologischem Anbau zu verarbeiten.


Und das mit Erfolg: Seit Jahren wird Salus mit diversen Preisen für ihr Umweltengagement gewürdigt. So gab es 2004 die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um Umwelt und Gesundheit für Otto Greither. Wie das Unternehmen zur Auszeichnung „Blühender Betrieb“ kam, zeigt ein Blick auf das grüne Betriebsgelände.


Circa 90 000 Quadratmeter umfasst das Betriebsgelände von SALUS, einschließlich dem SALUS Auwald Biotop – davon bestehen knapp 50 Prozent aus Naturflächen. Das sind circa sechs Fußballfelder, die vielfältige Strukturen aufweisen: „Als Hersteller von Naturprodukten sind wir auf Wildkräuter und Heilpflanzen angewiesen, die in einer intakten Umwelt blühen“, erklärt Nachhaltigkeitsmanagerin Cassandra Wood, „Mit unseren Wald- und Blühflächen wollen wir Tieren, Insekten und Pflanzen ein Zuhause bieten und damit einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.“

Neben Hecken und Blühstreifen gibt es auf den Grünflächen Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen, aber auch Wiesenflächen mit zahlreichen Wildblumen und -kräutern. Im nahe gelegenen Bergham hat Salus zudem Versuchsfelder und einen Kräuterschaugarten mit vielen Beeten, auf denen nach ökologischen Standards und frei von Pestiziden Heilkräuter herangezogen werden und Anbauversuche gestartet werden. Manche Heilkräuter, die SALUS für seine Produkte einsetzt sind selten. Um hier die Wildbestände der Pflanzen zu schonen, ist SALUS bemüht, diese Wildpflanzen in Kultur zu nehmen. Arnika, Schlüsselblume und Bergfrauenmantel sind einige gelungene Beispiele.

„Der Mensch ist ein Teil der Natur. Wenn er ihr schadet,

schadet er sich selbst.“

Um die Mitarbeiter zu sensibilisieren und zu motivieren, sich auch selbst für den Erhalt der Artenvielfalt einzusetzen, veranstaltet das Unternehmen jährlich eine Aktionswoche zum internationalen Tag der biologischen Vielfalt. Dabei werden die Mitarbeiter in der Kantine über zahlreiche Wildkräuter informiert, die am Firmengelände wachsen und können Ihr Essen auch selbst mit diesen verfeinern.


Das Highlight am Firmengelände: Auf fast drei Hektar erstreckt sich das artenreiche SALUS Auwald-Biotop direkt an der Mangfall. Auf einem abwechslungsreichen Lehrpfad können sich Interessierte näher mit dem Thema Biodiversität auseinandersetzen. Abseits der Wege ist die Natur sich selbst überlassen: So bleiben umgestürzte Bäume liegen und bieten Nahrung und eine Rückzugszone für Pilze, Insekten und Moose. Außerdem gibt es viele Vogelarten, die im Auwald leben und brüten.

Cassandra Wood, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Salus GmbH, erhält die Urkunde zum Blühenden Betrieb von Claus Kumutat.

Drei Gärtner sind bei Salus angestellt und kümmern sich um die Bepflanzung und Pflege der Blühflächen. Erst im Spätsommer wird gemäht, wenn die letzten Wildblumen verblüht sind.


Bei all den zahlreichen Umweltschutzmaßnahmen stellt sich aber auch die Frage: Wie kann sich ein Unternehmen leisten, dass so viel Betriebsfläche naturbelassen bleibt? Cassandra Wood klärt auf: „Im Gegensatz dazu kann man sich fragen, was es uns kosten wird, wenn wir nichts für den Artenerhalt tun würden: Das Insektensterben würde weiter voranschreiten und wir als Naturheilmittelhersteller wären unmittelbar von den Auswirkungen betroffen.“ So gesehen ist der Erhalt von Blühflächen sowohl für Salus als auch für die Tiere, Insekten und Pflanzen eine Win-win-Situation.