#3/19 Engagement

Sicher, selbst­be­wusst und selbst­stän­dig zur Schule

Bayerischer Ve­rkehrs­sicher­heits­preis 2019:
„Mit­ei­nan­der mobil – ­Kinder sicher un­terwegs“

Die Initiativen der Preis­träger des diesjährigen Bayerischen Verkehrs­sicherheits­preises setzen sich für einen innovativen (Schul-)Weg ein, fördern die selbst­ständige Mobilität von Kindern und Jugend­lichen und stärken die Verkehrs­sicherheit präventiv und nach­haltig.

Gemeinsam mit der Bayerischen Sparkassenstiftung und der Landesverkehrswacht Bayern e. V. zeichnet die Ver­si­che­rungs­kammer Stiftung einmal im Jahr heraus­ragendes Engagement verantwortungs­bewusster Menschen, Initiativen und Organisationen aus, die einen wichtigen Beitrag zur Gefahrenprävention im Straßenverkehr leisten. Dabei steht mit dem Bayerischen Verkehrssicherheitspreis „Miteinander mobil“ jährlich ein anderes Thema im Mittelpunkt, das in einem Experten-Workshop ausgewählt wird. 2019 war es der sichere Weg zur Schule oder in den Kindergarten. Bis zum Einsendeschluss Anfang März 2019 wurden bayernweit in den Kategorien „Alle Achtung!“ und „Gedankenblitz!“ Bewerbungen eingereicht, die von einer Fachjury Ende April beurteilt wurden.

Preisträger: „Gesundheitsregion plus Straubing“ und „Freie Sicht für Kinder“

In der Kategorie „Alle Achtung!“ – dotiert mit 5 000 Euro durch die Versicherungskammer Stiftung – überzeugte die „Gesundheitsregion plus Straubing“ die Jury mit gleich zwei Initiativen: Das Projekt „Mehr Sicherheit vor Grundschulen“ wird gemeinsam mit der örtlichen Polizei umgesetzt. Ziel ist es, das dichte Verkehrsaufkommen vor den Grundschulen zu entzerren. Dafür wurden Halteempfehlungen im Umfeld der Grundschulen aufgestellt, an denen Eltern ihren Nachwuchs gefahrlos aussteigen lassen können, um die letzten Meter zur Schule zu gehen. Die Haltepunkte wurden so gewählt, dass Kinder keine Hauptstraßen überqueren müssen oder nur an Stellen, wo ihnen Schulweghelfer zur Seite stehen. Begleitet wird die Aktion durch entsprechende Schilder und Flyer zur Sensibilisierung der Eltern. Um das Konzept nachhaltig zu verankern, werden regelmäßig Elternbriefe herausgegeben und Informationsbroschüren verteilt.


Das Unfall­präventions­programm „P.A.R.T.Y.“ (Prävention, Alkohol, Risiko, Traumen und Jugend) zielt darauf ab, 15- bis 18-jährige SchülerInnen über die Vermeidung von Verkehrs­unfällen infolge von Alkohol oder Risiko­verhalten mit der Wirkung realer Erfahrungen und Wahrnehmungen aufzuklären. Das Programm stammt aus Kanada und wurde in Deutschland von der AG Prävention der Deutschen Gesellschaft für Unfall­chirurgie bundesweit umgesetzt. In Straubing wird es in Zusammen­arbeit mit der Kommune und mit dem Klinikum durchgeführt: Die SchülerInnen verbringen etwa fünf Stunden im Klinikum in Straubing und durchlaufen in Kleingruppen mehrerer Stationen: Zunächst gibt es eine kurze Einführung mit anschließendem Vortrag eines Präventionspolizisten der Straubinger Polizei. Im Anschluss begeben sich die SchülerInnen auf den Weg eines Schwerverletzten vom Rettungswagen/Hubschrauber über Schockraum, Intensivstation und Normalstation bis hin zur Physiotherapie, wo die Jugendlichen den Rehabilitationsprozess inkl. Hilfsmittel veranschaulicht bekommen. Am Ende tauschen sie sich mit einem/einer ehemaligen Schwerverletzten aus. Dieser Tag verdeutlicht den SchülerInnen die vielfältigen medizinischen, familiären und beruflichen Konsequenzen eines schweren Verkehrsunfalls und wirkt sich so nachhaltig auf die Fahrpraxis und Denkweise der jugendlichen Fahranfänger aus.

Weniger Eltern-­Taxis, mehr Eigen­ständig­keit: Für Kinder und Jugend­liche gibt es zahl­reiche Möglich­keiten, in die Schule oder Kita oder auch zu Freunden in der Nachbar­schaft zu gelangen – mit Bus und Bahn, auf dem Rad oder zu Fuß.

Mit dem Programm P.A.R.T.Y. erfahren Jugendliche anhand von realen Situationen, wie sich ihr Verhalten – ob Alkohol am Steuer, Ablenkung durch das Smartphone oder risikoreiches Fahren – auf ihre Sicherheit im Straßenverkehr auswirkt.

In der Kategorie „Gedankenblitz“ konnte sich das Projekt „Freie Sicht für Kinder“ durchsetzen, das von der Bayerischen Sparkassenstiftung ein Preisgeld von 5 000 Euro erhält. Auch bei diesem Vorhaben stehen „Eltern-Taxis“, die die Sicht auf Kinder im Verkehrsraum vor der Schule versperren, im Mittelpunkt. Statt auf Flyer oder statische Verkehrsschilder setzt der Projektträger Volker Wittmann in diesem Fall auf Technik. Ein elektronisches Erkennungssystem soll die Fahrer parkender Autos darauf aufmerksam machen, dass sie mit ihrem Fahrzeug den freien Blick auf Kinder verhindern. Nachdem es sich nicht um ein statisches System handelt, ist mit einem höheren Aufmerksamkeitswert zu rechnen, weil nur situationsbedingt gewarnt wird. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit einer Forschungseinrichtung umgesetzt werden.


An der Preisverleihung am 26. September 2019 in Straubing teilnehmen werden der Schirmherr des Preises, Staatsminister des Innern, für Sport und Integration Joachim Herrmann, und Dr. Florian Herrmann, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien und Leiter der Staatskanzlei.

Anstehende Veranstaltungen der Stiftung

Die Versicherungskammer Stiftung bietet in den nächsten Monaten weitere Foren, zu denen auch die Mitarbeiter des Konzerns in ihrer Freizeit herzlich eingeladen sind.

Katharina Strebel