#4/19 Vertrieb + Markt

Gestiegene Kundenansprüche, neue Aufgaben durch Digitalisierung, Innovationskraft ausschöpfen – als Antwort auf diese Herausforderungen ist heutzutage Agilität schnell das Mittel der Wahl. In der Hauptabteilung Beratung und Projektmanagement des Konzerns Versicherungskammer (7BP) wird agiles Arbeiten genauer beleuchtet. Denn dahinter stecken sowohl definierte Arbeitsmethoden als auch eine andere Haltung zu Führung und Zusammenarbeit. Hauptabteilungsleiterin Katharina Chawla erläutert: „Zunächst standen wir vor der Frage, bei welchen Projekten uns agile Methoden voranbringen und wie wir sie mit den Governance-Anforderungen in Einklang bringen. Dabei haben wir erkannt, dass beide Seiten, richtig verstanden und gelebt, gut zusammenspielen.“ Denn die vielfältigen Methoden des agilen Arbeitens, beispielsweise mit Scrum und SAFe stellen Kunden und Mitarbeiter in den Mittelpunkt und erzeugen in kurzen Abständen nutzbare Lösungen. Lösungen, die die Anforderungen der Governance, etwa der VAIT (Versicherungsaufsichtliche Anforderungen an die IT), in jedem Arbeitsschritt erfüllen. Dafür wurden alle relevanten Prozesse und Vorgaben geprüft und angepasst.

Katharina Chawla (7BP): „Wesentlich ist die Grundhaltung, die agiles Arbeiten hervorbringt.“

So erleben es die Mitarbeiter

Agile Denkhaltung

„Wesentlicher ist für uns in Beratung und Projektmanagement die Grundhaltung, die agiles Arbeiten hervorbringt“, unterstreicht Chawla. Denn auch Projekte, die nach der bewährten Wasserfall-Methode arbeiten, lassen sich nach agilen Werten und Prinzipien steuern. Teams so zusammenzustellen, dass die Mitarbeiter ihre besonderen Fähigkeiten einbringen, klare Prioritäten setzen und Fehler als Teil des Konzepts und als Lernchance begreifen, sowie eine konsequente Resultatorientierung – diese Werte sind keiner speziellen Methode zuzuordnen, sondern sie sind unabhängig davon lebbar. Chawla sieht das so: „Wir tragen diese Haltung, das agile Mindset, über unsere Berater, Projektleiter, Scrum Master und Agilen Coaches in den Konzern. Und das ganz unabhängig davon, welche Methode jeweils für eine Aufgabe oder ein Projekt eingesetzt wird.“ Und die besondere Herausforderung, Projekte gewissermaßen hybrid, also zum Teil agil und zum Teil nach klassischen Methoden, zu steuern? „Wir betreuen 80 bis 100 Vorhaben. Unser Anspruch ist, für jeden Bedarf den passenden Mix zu unterstützen, anstatt ein einziges Schema F für alle.“ Das bedeutet für die Mitarbeiter, sich selbst ebenfalls auf die agile Lernreise zu begeben.


Edith Strauß