#1/20 Engagement

Fachtagung FUNKE

Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe

Katharina Strebel

Mit der Fachtagung FUNKE bietet die Versicherungskammer Stiftung erstmals eine Veranstaltung zum fachlichen Diskurs und zum Netzwerken für die Führungsunterstützungskräfte von Katastrophenschutzeinheiten. Wie groß das Interesse an diesem Veranstaltungsangebot ist, zeigt die große bayernweite Resonanz und Anmeldezahl.

Knapp 300 Teilnehmende waren am 8. Februar 2020 in München in der Zentrale der Versicherungskammer zu Gast. Die Tagung wurde durch eine Fachausstellung im Innen- und Außenbereich begleitet: Vor dem Eingang der W30 konnten sich die Teilnehmer*innen erstmals Einsatz- und Führungsfahrzeuge unterschiedlicher Rettungs- und Hilfsorganisationen im Betrieb ansehen, ergänzt durch verschiedene Aussteller*innen, die im Innenbereich Einsatz-Softwarelösungen, Kommunikations- und Alarmierungstechnik sowie weiteres (technisches) Equipment für Sondereinsatzlagen vorstellten.

Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, sowie Dr. Frank Walthes, Vorsitzender des Vorstands des Konzerns Versicherungskammer und der Versicherungskammer Stiftung, begrüßten die Gäste, die sich aus Mitgliedern von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr, freiwilligen Hilfsorganisationen, Wissenschaft sowie Verwaltung zusammensetzten. Sie sprachen allen Einsatzkräften ihren Dank dafür aus, im Katastrophenfall für andere da zu sein.

Innenminister Herrmann betonte die Bedeutung des reibungslosen Zusammenwirkens der verschiedenen Einsatzorganisationen im Katastrophenfall. „Der heutige Tag trägt dazu ganz entscheidend bei, indem sich Mitglieder der Hilfsorganisationen bei Fachvorträgen fortbilden und in Diskussionsforen kennenlernen können“, sagte Herrmann und sprach sich für eine Fortsetzung dieses Formats aus. In Bayern lobte der Minister das starke System aus zusammenarbeitenden Katastrophenschutzbehörden und Einsatzorganisationen als vorbildhaft einzigartig.


„Das Sicherstellen der Kommunikationsfähigkeit ist höchstes Ziel bei einer Katastrophe“, bewertet Brandamtmann Jochen Gawenda, Staatliche Feuerwehrschule Geretsried, im ersten Fachvortrag des Tages zum Thema „Informations- und Kommunikationsstrukturen (IuK) bei Flächenlagen“.


Regierungsrat Andreas Vilim vom Bayerischen Ministerium des Innern, für Sport und Integration ging in seinem Vortrag auf das „Geografische Katastrophenschutzinformationssystem (GeoKAT) und die Nutzung im Katastrophenschutz“ ein – ein Werkzeug zur Koordination und Organisation von Einsätzen in Katastrophenfällen, durch das wichtige Informationen von den Einheiten vor Ort in kürzester Zeit abgerufen werden können.

Nach der Mittagspause konnten folgende fünf Diskussionsforen besucht werden:

  1. Team HF: Kommunikation und Kooperation in der Stabsarbeit
  2. Technisches Hilfswerk: Virtual Operation Support Team (VOST) – Informationsgewinnung für Führungs­stäbe aus den digitalen Medien
  3. Bergwacht Bayern: Virtual Reality und ELA Alpin 3D als digitale Führungsunterstützung
  4. Staatliche Feuerwehrschule Geretsried: Paralleleinsatz von
  5. UG ÖEL und UG FwEL
  6. Kreisbrandinspektion Berchtesgadener Land: Die Aktivierung von Abschnittsführungsstellen bei Flächenlagen | Erfahrungen aus der Schneekatastrophe 2019

Die Inhalte der Foren sind auf der Website der Versicherungskammer Stiftung abrufbar.

„Der Himmel brennt“ – Detonation Bayernoil im Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm: Best-Practice aus Sicht der beteiligten Organisationen

Ein lauter Knall riss am frühen Morgen des 1. Oktober 2018 die gesamte Umgebung aus ihrem Schlaf uns sorgte dafür, dass im Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm der Katastrophenalarm ausgelöst wurde: Bis zu 600 Helfer*innen von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz waren nach einer Explosion auf dem Raffineriegelände der Bayernoil in Vohburg an der Donau im Einsatz.


Einige Vertreter der beteiligten Einheiten berichteten in einer moderierten Diskussionsrunde, wie sich die schnelle Zusammenarbeit in dieser hochkomplexen Einsatzlage gestaltete und welche Prozesse und Funktionen koordiniert wurden. Von allen Seiten wurde bestätigt, wie wichtig es sei, in der Krise die Köpfe der jeweiligen Organisationen und Behörden zu kennen. So könne im Fall der Fälle auf vertrauensvoller Ebene intensiv und zur schnellen, unkomplizierten Bewältigung der Extremlage beigetragen werden.

Nach FUNKE ist vor FUNKE

Isabel Stier, Geschäftsführerin der Versicherungskammer Stiftung: „Es freut uns, dass wir mit dieser Tagung eine bestehende Lücke für Wissenstransfer und Austausch im Bereich des Katastrophenschutzes schließen konnten. Und der Erfolg gibt uns Recht: Die Tagung wird fortgeführt und findet kommendes Jahr wieder statt – diesmal am 27. Februar 2021 im Bayerischen Zentrum für besondere Einsatzlagen in Windischeschenbach.“