Stellen Sie sich vor, Mitarbeitende treffen sich regelmäßig, um ihre Ziele miteinander abzustimmen. Sie reden darüber nicht nur mit ihrer Führungskraft, sondern mit allen Kolleg*innen. Und egal ob Führungskräfte oder Auszubildende – jeder kann die Ziele der anderen sehen. Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann arbeiten Sie vielleicht bei der BavariaDirekt, die mit OKR steuert und führt. 2019 wurde die Methode auf der Führungsebene getestet – seit diesem Jahr arbeiten alle Mitarbeitenden des digitalen Versicherers mit der OKR-Methode. Die bisherige Zielvereinbarung wurde innerhalb dieser Umstrukturierung abgeschafft.

Was bedeutet OKR?

OKR steht für Objectives and Key Results, übersetzt: Ziele und Schlüsselergebnisse. Es ist ein Steuerungsinstrument, das sich durch kurze Zyklen auszeichnet, in denen man sich herausfordernde Ziele setzt und nachhält (siehe auch OKR-Handout in der Community „Agiles Arbeiten“). Unternehmen wie Google oder Zalando nutzen bereits seit Jahren diese Methode.


Die Vielzahl an Entwicklungen in kurzen Zeiträumen, zum Beispiel geänderte Kundenerwartungen, neue Player auf dem Markt oder digitale Neuerungen, führen dazu, dass Ziele über einen längeren Zeitraum zwischendurch angepasst werden müssen. „Ziele über ein ganzes Jahr festzulegen, ist für uns in der heutigen dynamischen Welt einfach nicht sinnvoll. Mit OKR haben wir uns einen Planungszeitraum geschaffen, in dem wir schneller eingreifen und kurzfristig nachsteuern können, wenn ein neuer Impuls einen Kurswechsel erfordert. Zudem erreichen wir unter allen Kolleg*innen eine höhere Transparenz und Identifikation mit den Zielen, indem wir sie von allen – auch jeder einzelnen Führungskraft – offenlegen“, erklärt Mirek Sindler, Abteilungsleiter Research & Development der BavariaDirekt.

Wie setzt die BavariaDirekt die OKR-Methode ein?

Bevor es mit der OKR-Planung losgeht, müssen die Aspirations und die strategischen Initiativen beschrieben werden.

Den OKRs vorangestellt sind die Aspirations. Diese werden auf Vorstands-, Hauptabteilungs- und Abteilungsebene definiert. Aspirations beschreiben ein ambitioniertes Anspruchsniveau, das mindestens für drei bis fünf Jahre Bestand haben sollte.

Die formulierten Aspirations von Martin Fleischer, Vorstandsmitglied der BavariaDirekt.

Basierend auf den Aspirations und der Unternehmensstrategie werden strategische Initiativen für ein Jahr festgelegt. Aus diesen lassen sich letztendlich die OKRs ableiten, die bei der BavariaDirekt immer für ein Tertial geplant werden. „Auf diese Weise können wir die Unternehmensziele, beginnend mit den Erwartungen der Eigentümer*innen bis hin in die operative Ebene, überführen und die einzelnen Bereiche optimal steuern“, berichtet Dr. Jürgen Pesch, Hauptabteilungsleiter Vertrieb und Organisation der BavariaDirekt.


Einmal im Monat besprechen Führungskräfte und Mitarbeitende den aktuellen Stand. Am Ende des Tertials wird im OKR-Review reflektiert, inwiefern die Ziele herausfordernd und richtig gesetzt waren, und in der OKR-Niveaukonferenz bewerten die Führungskräfte alle Ergebnisfortschritte.


Nahtlos schließt sich das nächste Tertial an, dessen OKR-Planung erst unmittelbar davor stattfindet, um die aktuellsten Einflüsse zu berücksichtigen.

„OKR ist nicht die Zielvereinbarung geteilt durch drei. Durch die Formulierung von herausfordernden Zielen und die Transparenz für alle, bringt uns das Arbeiten mit OKR als Team BavariaDirekt ein Stück näher zusammen, und wir konzentrieren uns noch mehr auf unsere strategischen Initiativen und Aspirations“, so Wolfgang Wittmann, Innovator bei Research & Development der BavariaDirekt.