#1/18 Engagement

The Concept of Lines

Ausstellung im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung

Bis 10. Mai 2018 im Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, täglich geöffnet von 9 bis 19 Uhr

Was haben Richard Avedon, George Hoyningen-Huene und Irving Penn gemeinsam? Alle drei haben die amerikanische Fotografie-Geschichte beeinflusst und sind jetzt im Kunstfoyer zu sehen. Und wie der Ausstellungstitel „The Concept of Lines“ andeutet, haben sie noch etwas gemeinsam: Die subtile Handhabung der Linie. Jeder auf seine Art und Weise und in Abhängigkeit von der jeweiligen Stilistik. Gezeigt werden Porträts prominenter Persönlichkeiten (Greta Garbo, Marlene Dietrich, Miles Davis, Truman Capote und viele andere) sowie Akte und Körperbilder. Da kann man gut vergleichen bzw. herausfinden, was den einen vom anderen unterscheidet.


Alle ausgestellten Werke stammen aus der berühmten Sammlung F.C. Gundlach, mit deren Stifter das Kunstfoyer schon Ausstellungen über die Fotografen Martin Munkácsi (2011) sowie Peter Keetman (2017) realisiert hat.


George Hoyningen-Huene (1900–1968) machte bereits 1926 erste Modeaufnahmen für die berühmte Zeitschrift „Vogue“. Er war ein begnadeter Porträtist zahlreicher Hollywoodstars. Seine kühlen, sachlichen und subtilen Aufnahmen beeinflussten insbesondere Irving Penn (1917–2009) und Richard Avedon (1923–2004) als Fotografen der nachfolgenden Generation.


Richard Avedon (1923–2004) gilt als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Als Grenzgänger zwischen freier und an Aufträge gebundener Fotografie gründete er 1946 das Richard Avedon Studio in New York und belieferte fortan den „New Yorker“ mit Porträtfotografien. Er arbeitete für „Harper’s Bazaar“, „Junior Bazaar“ und die „Vogue“. Avedons Porträtfotografien sind berühmt für die enorme Offenheit, die die inneren Stärken und Schwächen der abgelichteten Personen erkennen lassen. Sein puristischer Stil der späteren Jahre war von der Arbeit mit der Großformatkamera gekennzeichnet, mit der er die Porträtierten vor einer weißen Leinwand und ohne alle weiteren technischen Hilfsmittel ablichtete.


Irving Penn (1917–2009) ist der fraglos bekannteste Kamerakünstler des 20. Jahrhunderts. Besondere Berühmtheit erlangte er durch seine zwischen Eleganz und Sachlichkeit oszillierenden Modeinszenierungen für die „Vogue“. Seine psychologisch komplexen Porträts prominenter Künstler, Modeschöpfer, Literaten und Musiker werden ergänzt durch die hochsensiblen Aufnahmen verschiedenster Kulturkreise. Penn gilt neben Richard Avedon als Neuerer der Bildnis- und Modefotografie, der seine Bildideen puristisch und in nahezu spartanischer Kargheit formulierte.


Isabel Siben, Leitung Kunstfoyer