#2/17 Diskussion

Gefangen in der
Abteilungsblase?

Der Konzern VKB profitiert vom Dialog

Menschen in einer Abteilung haben vielleicht nicht immer die gleichen Ansichten, aber die gleichen Aufgaben, Arbeitsanweisungen und Rahmenbedingungen. Ein Mitarbeiter steckt also in gewisser Weise in einer „Abteilungsblase“.

Vor allem dann, wenn er sich komplett auf seine Aufgabe konzen­­triert und nicht nach links und rechts schaut. Das ist ange­sichts der hohen Arbeitslast nachvollziehbar. Trotzdem verschenkt er Potenzial. „Mitarbeiter sind die kleinste Zelle im Unternehmen. Wenn diese Zellen gut funktionieren, funktioniert das Unternehmen, aber ohne sie läuft gar nichts. Deshalb ist es wichtig, dass Mitarbeiter untereinander kommunizieren“, sagt Petrik Nischik (6KS05). „Genauso wichtig ist es aber, dass Führungskräfte mehr mit ihren Mitarbeitern reden – da nehme ich mich nicht aus.“

Kommunikation motiviert

Transparente Kommunikation motiviert Mitarbeiter und holt sie aus ihrer Blase. Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen von Whiteboard-Konferenzen über Wissensdatenbanken bis hin zu einem Enterprise Social Network, das gerade im Konzern getestet wird. „Der Pilot vkbConnect ist eine Plattform auf Basis von IBM Connections für tägliche Zusammenarbeit und Informations­austausch, eine Art erweitertes Business Facebook“, erklärt Frank Falkenstein (7SZQ09). „Mitarbeiter können Profile anlegen und Gemeinschaften bilden, um in diesen unter anderem Neuigkeiten zu bloggen und zu diskutieren. Wer eine Herausforderung zu lösen hat, kann sich Hilfestellung aus der großen Gemeinschaft beschaffen. Unabhängig vom Standort kann an gemeinsamen Aufgabenstellungen gearbeitet werden.“ Ein zweiter Pilot läuft parallel auf Basis von Microsoft Office 365. „Wir haben viele helle Köpfe im Konzern“, ergänzt Marion Straub (7H7S). „Unser Ziel muss sein, dieses Wissen im ganzen Unternehmen zu verbreiten. Das bedeutet aber auch, dass die Mitarbeiter selbst aktiv werden müssen!“

Qualität durch Kontroversen

Wie abteilungsübergreifendes Arbeiten funktioniert, zeigt das Programm Diversity: Dabei haben Mitarbeiter aus dem Konzern ressortübergreifend in vier Arbeitsgruppen neue Konzepte zur Förderung von Frauen und Karriere, zum Austausch zwischen Generationen, zu Zusammenarbeit und zu Führungskultur entwickelt und erprobt. „Die Teilnehmer haben in ihren Gruppen und mit dem Kernteam durchaus kontrovers diskutiert“, sagt Edith Strauß (1UK02), die das Projekt begleitet. „Und gerade deshalb sind die Ergebnisse so gut geworden.“

Das Potenzial einer offenen Dialogkultur ist riesig: Jede Abteilung, jede Führungskraft und jeder Mitarbeiter profitiert von Austausch. Je mehr Meinungen aufeinandertreffen, desto besser. „Das hilft, Ideen zu verfeinern, und schärft den Blick fürs große Ganze“, sagt Nischik. „Alle im Konzern sind wichtig und nicht nur die Abteilung, in der ich arbeite.“

   

Matthias Hohn