#2/17 Panorama

Faustballabteilung – eigens eingerichtet für die weibliche Belegschaft

Heute zählt der Sportverein knapp 2 200 Aktive. Im Gründungsjahr 1927 taten sich 19 Sportbegeisterte zusammen und legten den Grundstein für die „Sportabteilung der Bayerischen Versicherungskammer“.

„Wir waren damals eine Handvoll junger Leut’ und wollten Sport treiben“ – auf diesen einfachen Nenner brachte sechs Jahrzehnte nach der Vereinsgründung einer von ihnen, Fritz Neißendorfer, den Gründungsgedanken. Die Idee zum Betriebssportverein hatte allerdings ein anderer: Ambros Miller, Kanzleiassistent in der Bayerischen Versicherungskammer, ging 1924 nach Amerika, erhielt jedoch keine Aufenthaltsgenehmigung. 1925 kehrte er nach München an seine alte Arbeitsstätte zurück. Mitgebracht hatte er die Idee eines Betriebssportvereins, wie er in den USA bereits seit Jahrzehnten üblich war.

Präsident Dr. Ferdinand von Englert – unter ihm wurde der Sportverein gegründet

An der Zaubzerstraße in Bogenhausen entstand ein Sportplatz mit Umkleidehütte

Erfolgreich, aber nicht ohne Kritiker

Am 4. März 1927 trafen sich dann auch 18 Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin im „Gasthaus Zimmerer“ in der Robert-Koch-Straße im Lehel zur Gründungsversammlung. Ein großer Erfolg – ­bereits vier Wochen später stieg die Mitgliederzahl um knapp 100, um sich in Fußball und Faustball, in der Leichtathletik und im Boxen zu messen.


Der Sportverein stand jedoch durchaus in der Kritik. Manche versuchten, die Anstrengungen der Aktiven zu hintertreiben und ihnen Steine in den Weg zu legen. Von „Amtserschwerung“ und „Anrempelung im Amt“ war die Rede. Andere suchten wiederum über den Verein den Kontakt zur Führungsriege. So legte der damalige Sportwart bereits drei Monate nach Vereinsgründung sein Amt nieder, weil er nicht dem Sohn des Präsidenten der Bayerischen Versicherungskammer vorgestellt worden war.

Sport unterm Hakenkreuz

Unter den Nationalsozialisten hatte die „Sportgemeinschaft Bayerische Versicherungskammer“ regen Zulauf. In einem Sozialbericht von 1942 ist von knapp 560 Mitgliedern und von Abteilungen für Fußball, Faust­ball, Leichtathletik, Gymnastik, Damenturnen, Schießen, Tennis und Skilauf zu lesen. Den „weiblichen jugendlichen Gefolgschaftsmitgliedern bis zum Alter von 21 Jahren“ wurde zudem „der Besuch einer wöchent­lich einmal stattfindenen Übungsstunde während der Dienstzeit zur Pflicht gemacht“.
 
Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich erst 1950 die Sport­begeis­terten wieder zu einer Gemeinschaft. Neue Interessengruppen wurden gegründet, abseits vom Sport, aber mit nicht weniger Begeisterung und Erfolg: Laienschauspiel, Chor, Orchester.

Beliebter Sport der Damenmannschaft

Hoher Besuch zum 5. Stiftungsfest: Englert mit Sportlern auf kammereigenem Sportplatz

Der Sportverein der VKB

Ihre Ansprechpartner
1. Vorsitzender: Stefan Reisgies
Tel.: 089/2160-3136

2. Vorsitzende: Kathrin Loose

(Bayerische Versorgungskammer)
Tel.: 089/9235-8392

Geschäftsstelle: Brigitte Kistler

Tel.: 089/2160-2030

Mitgliederstruktur
Mitgliederzahl   2 194
Männer              1 099
Frauen               1 095

Zur Website

Versicherungskammer und Versorgungskammer

Als der „Sportverein Bayerische Versicherungskammer“ 1927 gegründet wurde, befanden sich die Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen noch gemeinsam unter dem Dach der Bayerischen Versicherungskammer. Mit der Strukturreform 1995 wurden die Versorgungseinrichtungen ausgegliedert, und deren Verwaltung übernahm die neu gegründete Bayerische Versorgungskammer. Ein Abkommen regelte, dass die Mitarbeiter der Versorgungskammer auch in Zukunft den Sportverein nutzen können.


Und auch heute befinden sich viele Sportbegeisterte aus beiden Unternehmen unter den Mitgliedern des mittlerweile in „Sportverein Versicherungskammer Bayern e.V.“ umbenannten Clubs: Mehr als 2 000 schwitzen täglich. Von den Anfangssportarten ist nur der Fußball übrig geblieben, aber viele spannende neue Sportarten sind hinzugekommen. Schauen Sie doch mal rein – auf die Website oder direkt in einen Kurs.


Birgit Kattau