#2/17 Panorama

PETER KEETMAN.
GESTALTETE WELT

AUSSTELLUNG BIS 10. SEP­TEMBER IM KUNSTFOYER DER

VERSICH­ERUNGS­­KAMMER BAYERN

Das Werk Peter Keetmans steht heute exemplarisch für die fotografische Nach­kriegsmoderne Deutschlands. Seine ersten Fotos erzählen von der gestaltlosen und fragmentierten Welt, den Hinterlassen­schaften des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs, aus dem Keetman als Invalide heimkehrte. Die große Originalität und Kraft Keetmans lag darin, diese Wir­klichkeit fotografisch neu und konstruktiv gestalten zu wollen, indem er zwei zentrale Strömungen dieser Jahre zusammenführte: zum einen den modernistischen Willen zur Form, zum Experiment und zur Abstraktion, zum anderen die Hinwendung zur Welt, zum Wiederaufbau und vor allem zur Natur, bis hin in ihre elementarsten Bauteile.


Gestalterisch setzen sich Keetmans Foto­grafien mit formalen Elementen von Bewe­gung und Struktur auseinander. Der Wieder­aufbau Deutschlands, die wieder einsetzende Mobilisierung, das Wirtschafts­wunder und die neuen Produkte „made in Germany“ werden abstrahierend ins Bild übersetzt, wie es beispielsweise Keetmans berühmte Serie über das Wolfsburger Volkswagenwerk von 1953 zeigt. Am Ende der Ausstellung steht „Keetmans Garten“, die Landschaft des Chiemgaus als Ruheort und Inspirationsquelle dieses au­ßer­or­dent­lichen Fotografen.
 
Peter Keetman wurde 1916 in Elberfeld geboren. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er mit seiner Frau Esa in Marquartstein im Chiemgau, wo er 2005 starb.

Peter Keetman im Kunstfoyer

Sprungturm, Prien am Chiemsee 1957,

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