#2/18 Engagement

Bürgerschaftliches Engagement bedeutet nicht nur, anderen zu helfen oder Initiativen voran­zutreiben. Damit es funktioniert, sind viel Orga­nisation und Verwaltung nötig. Digitale Tools können einen Großteil des mühsamen Verwal­tungs- und Kommunikations­aufwands über­nehmen. Was dann bleibt, ist mehr Zeit fürs Wesentliche.

Ehrenamtliches Engagement basiert auf der Organisation der jeweiligen Institution sowie der Kommu­nikation und Koordination mit­ein­ander: Der administrative Aufwand der Frei­willigen ist allerdings man­chmal so enorm, dass wenig Zeit für das eigentliche Engagement bleibt. Vielerorts würde eine Modern­isierung der internen Abläufe helfen, dass die Ehren­amtlichen ihrem eigentlichen Engagement mehr Zeit widmen können.

Digitale Alltagshelfer

Privat und beruflich wird die Vielzahl der digitalen Angebote bereits genutzt, denn sie erleichtern das Leben in vielerlei Hinsicht: Wikipedia ist Erstrecherche-Katalog, Facebook, Instagram, Twitter und Co. dienen dem privaten Austausch, Xing und LinkedIn der beruf­lichen Vernetzung und Infor­ma­tions­­be­schaffung. Während der Arbeit können wir in­zwischen gemeinsam Doku­mente bearbeiten und ein­sehen, Termine miteinander verein­baren, sekun­denschnell über Mails oder Chats kommunizieren oder standort­übergreifend beispiels­weise mit­hilfe von Videokonferenzen Besprechungen durchführen.

Digitalisierungspioniere optimieren ihr Engagement

Im ehrenamtlichen Sektor sind Budget, IT-Erfahrung und Einsatzzeiten knapp be­messen, was Digital­isier­ungsvorhaben erschwert. In einigen Bereichen der Frei­willigenarbeit werden jedoch bereits erste Projekte umgesetzt, welche die (Zusammen-)­­Arbeit und Vernetzung verbessern und weg­weisend für andere Organisationen und Institutionen sein könnten. Um diesen digi­talen Pionieren Anerkennung auszusprechen und sie in ihrem Engagement fin­anziell zu unter­stützen, schrieb die Versicherungs­kammer Stiftung den Ehrenamtspreis 2018 unter dem Motto „Mia san digital – Ehrenamt 4.0“ in zwei Kategorien aus. Für die Kate­gorie „WIR GESTALTEN!“ – dotiert mit 5 000 Euro – bewarben sich ins­gesamt 38 Projekte, die sich digital organisieren. 14 Projektideen, die die vorhandenen Bedürfnisse der jewei­ligen Frei­willigenorganisation berück­sich­tigen und einen technik­basierten digitalen Lösungs­ansatz liefern, gingen in der Kate­gorie „WIR STARTEN DURCH!“ ein. Der Preis­träger erhält 2 000 Euro sowie ein Coaching, das ihn bei der Umsetzung seines Projekt­konzepts weiterhin professionell begleitet.

Ausgewählt wurden von der Fachjury diese Projekte:

WIR STARTEN DURCH!

Notfallseelsorge des Bistums Augsburg
NFS Landkarte

Dr. Markus Gruber (l.), Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, Wolfgang Reif (2. v. r.), Vorstandsvorsitzender der Versicherungskammer Stiftung, und Isabel Stier (r.), Geschäftsführerin der Versicherungskammer Stiftung, prämierten die Preis­träger der Not­fallseelsorge des Bistums Augsburg und der Freiwilligen-Agentur Tatendrang München.

zum beitrag „Ehrenamtpreis“

Gemeinnützigem Engagement Anerkennung auszusprechen und finanzielle Unter­stützung zu geben, ist das Ziel des Ehrenamtspreises der Versicherungskammer Stiftung. Der Preis wird jährlich mit neuem Schwerpunkt – passend zum Jahresmotto – ausge­schrieben und dabei in verschiedenen Kategorien mit Preisgeldern dotiert. 2018 ist das Jahres­motto „Ehrenamt grenzenlos“: Neben der Digitalisierung werden auch im Rahmen des jährlichen Ehrenamt­ssymposiums andere Herausforderungen im Ehrenamt in einzel­nen Workshops genauer betrachtet. Hervorzu­heben sind dabei die Themen Frauen in Führ­ungs­positionen, Integration von Migranten in Blaulichtorganisationen sowie der Inklu­sions­ansatz.