#2/18 Fakten + Hintergründe

Noch immer haben es Menschen mit Behinde­rung oft schwer. Etwa auf Jobsuche sowie generell in der Arbeitswelt. Dabei fehlt vielen Arbeitgebern und Führungs­kräften ledig­lich das entsprechende Wissen, um eine Person mit Be­hinderung ein­zustellen. An diesem Punkt setzt die Diversity-Arbeitsgruppe „Handicap“ an.

In Deutschland gibt es etwa 7,6 Millionen Schwer­behinderte, 3,3 Millionen im er­werbs­fähigen Alter. Viele davon sind qualifiziert, und trotzdem haben sie Schwie­rigkeiten, eine Anstellung zu finden. Vorbe­halte oder auch Unsicherheit darüber, wie sich ein sol­ches Arbeitsverhältnis eigentlich gestaltet, halten oft davon ab, eine Person mit Behin­derung einzu­stellen. Die AG „Handicap“ hat sich mit den häufigs­ten Vorurteilen und deren Ursachen be­schäftigt.

Vorbehalte ausräumen und stattdessen Chancen nutzen

In Bezug auf Menschen mit Behinderung sind insbe­sondere im Arbeitsumfeld oft noch Irrtümer ver­breitet. Etwa werden sie als nicht so leistungsfähig angesehen, obwohl der Grad ihrer Behinderung in der Regel nichts mit dem Grad ihrer Leistung zu tun hat. Manche Arbeitgeber sind der Meinung, ein schwer­behinderter Mitar­beiter sei nicht kündbar oder es beständen ganz allgemein große Unterschiede im Arbeitsverhältnis – ebenfalls ein Irrtum. Stattdessen kann ein Unternehmen, das einen Menschen mit Handicap beschäftigt, stark davon profi­tieren. Zu den Vor­teilen und Finanzierungs­hilfen für Arbeitgeber zählen kostenlose Vermittlung und Bera­tung, ein Zuschuss zur Ausbildungsvergütung, die Finanzierung der Probe­phase, ein Eingliederungszuschuss von bis zu 70 Prozent und die Finanzierung tech­nischer Arbeitshilfen. Arbeitgeber und Füh­rungskräfte, die Vorbehalte zurück­stellen und sich darauf einlassen, einen Mitarbeiter mit Behinderung einzustellen, können diese Chancen nutzen. Letztendlich ist die Ent­scheidung, einen Menschen mit Handicap zu beschäftigen, keine Wohltat oder eine gesetzliche Verpflichtung, sondern eine Frage der wirtschaft­lichen Vernunft.

Und wie sehen Betroffene im Konzern die Situation selbst? Mitarbeiter mit Be­hin­derung wissen, dass sie für das Unterneh­men gerade mit ihrem Handicap be­son­ders wertvoll sein können. Sie bringen eine hohe Arbeitsmotivation mit, sind äußerst zuver­lässig und loyal und verfügen über viel Empathie und einen starken Willen. Was sie sich vom Konzern wünschen, sind adäquat gestaltete Arbeitsplätze und Entwick­lungs­möglichkeiten speziell für ihre Zielgruppe. Aber auch eine bessere Aufklärung von Führungskräften und ein Unternehmen, das aktiv um Mitarbeiter mit Behinderung wirbt.

Interessiert? So einfach klappt die Einstellung eines Mitarbeiters mit Handicap

Aus diesem Grund hat die Diversity-Arbeits­gruppe „Handicap“ in Kooperation mit der Bun­des­agentur für Arbeit einen Prozess entwickelt, um es intere­ssierten Führungs­kräften in der Ver­sicherungs­kammer zu erleichtern, einen Mit­ar­beiter mit Behin­derung einzustellen. Und der Prozess trägt Früchte: Der erste Mitarbeiter mit Handicap wurde bereits über die Kooperation fest ein­gestellt – die AG hofft auf weitere Erfolge.


Bei Interesse, an diesem Prozess teilzu­nehmen, oder bei Fragen zum Thema wenden Sie sich entweder an die Personal­gewinnung (1PA07) oder die AG „Handicap“. Weitere, ausführliche Infor­mationen finden Sie außerdem in der Connect-Community „Menschen mit Handicap“.

Ablauf der Bewerbung einer Person mit Behinderung

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sichtet offene Stellen auf vkb.de

Im Anschluss kommt es zum Abgleich mit der Datenbank von qualifizierten Schwer­­behinderten der BA

Die BA informiert den potenziellen Bewerber über die freie Stelle bei der Versicherungs­kammer; dieser kann sich nun über den regulären Weg bewerben

Bei Einwilligung des Bewerbers erhält die Ver­sicherungskammer die Info, dass die Bewer­bung über die Kooperation mit der BA zustande kam

Wenn alles passt: Einladung zum Gespräch und Einstellung

Menschen mit Behinderung

Achtung: Dieser Link funktioniert nur, wenn Sie im Versicherungskammer-Netz sind.

Julia Stange