#3/17 Fakten + Hintergründe

Alexandra Schlott, Leiterin der Hauptabteilung 1CP

„Ach, wie bei VW und Daimler“ oder „Seid ihr die mit den Essenseinladungen?“ Vieles wird ge­mut­maßt, wenn man erzählt, dass man bei Compliance arbeitet. Diese vagen Vorstellungen beseitigen und die vielfältigen Aufgaben der Hauptabteilung 1CP darstellen, will dieser Beitrag.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter im Konzern Versicherungskammer ist für Com­pli­ance verantwortlich. Compliance bedeutet die Einhaltung aller Gesetze und Verord­nungen und darüber hinaus aller aufsichtsbehördlichen Anforderungen und Selbstver­pflich­tungen; dazu gehören der Code of Conduct und der GDV-Verhaltenskodex des Gesamt­verbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. So weit, so sachlich und dennoch so wichtig.


Doch eine stete Aufmerksamkeit für rechtliche Risiken zu schaffen, ist nur ein Ziel der Schlüssel­funktion Compliance. Die Tätigkeit in der Compliance (1CP) ist vielfältig.

Risiken voraussehen

Herzstück und Ausgangspunkt für die Compliance-Tätigkeit ist die Risikoanalyse. Dabei werden mögliche Risikoszenarien entwickelt, die aufzeigen, wie die gesetzlichen Vorgaben möglicherweise verletzt werden könnten. Dies können zum Beispiel fehlende Doku­men­ta­tion der Beratung, intransparente Beitragsanpassungsklauseln oder das Nichtbeachten steu­er­licher Voraussetzungen bei Produkten sein. Nachdem die Risiken identifiziert sind, werden die Szenarien anhand einer Bewertungsmetrik vor und nach Maßnahmen eingeschätzt.

Risiken frühzeitig vermeiden

Auf Basis dieses rechtlichen Risikoprofils hat Compliance nun die Aufgabe, diejenigen Maßnahmen, die das Risiko reduzieren, zu überwachen. Das bedeutet beispielsweise zu prüfen, ob und in welcher Qualität Arbeitsanweisungen bestehen und/oder Kontrollen in den Fachbereichen durchgeführt werden. Sollte ein Verdacht bestehen, dass gegen rechtliche Vorgaben verstoßen wird, kann dies jeder bei der Compliance-Organisation oder den Rechtsabteilungen melden. Dort wird geprüft, wie mit dem (möglichen) Verstoß umgegangen wird und welche weiteren Schritte erforderlich sind. Desweiteren nehmen das Berichtswesen, die Beratung und die Planung großen Raum in der Vielfalt der Compliance ein.


Neben den Fachbereichen und Rechtsabteilungen beobachtet 1CP auch Rechtsänderungen oder -neuerungen. Ziel ist hier, frühzeitig auf Änderungen zu reagieren. Dies ist die sogenannte Frühwarnfunktion. Kommunikation und Schulungen dienen dazu, eine positive Compliance-Kultur und damit die notwendige Sensibilität bei den Mitarbeitern zu schaffen.


 Carolin Pinegger und Alexandra Schlott