#3/17 Vertrieb + Markt

Über 80 000 registrierte Cyber-Angriffe in Deutschland auf IT-Technik im Jahr 2016 und eine hohe Dunkelziffer – beunruhigende Zahlen. Der Konzern Versicherungs­kammer erweitert deswegen sein Angebot an Cyber-Versicherungen.

Cyber-Schutz für Kommunen

Bayerische und pfälzische Kommunen können sich seit dem 1. Juli 2017 noch umfänglicher gegen die Folgen von Cyber-Angriffen absichern. Möglich wird das durch eine spezielle Cyber-Versicherung, die die Versicherungskammer Bayern Kommunen und kommunalen Einrichtungen ergänzend zur Kommu­nalen Haftpflicht- und zur Kommunalen Kassenversicherung anbietet. Harald Speil, Hauptabteilungsleiter 8OE: „Neben Unternehmen sehen sich auch Kommunen immer wieder Cyber-Attacken ausgesetzt. Städtische Kranken­häuser, Wasserbetriebe, aber auch Zulassungsstellen und die Verwal­tung stan­den bereits wiederholt im Fokus der Angreifer. Hier wollen wir mit unserem Konzept die Kommunen vor finanziellen Folgen von Cyber-Attacken schützen.“

Harald Speil, Hauptabteilungsleiter 8OE

Die neu eingeführte Erweiterte Cyber Deckung Kommunal (ECD Komm) der Versicherungskammer Bayern gliedert sich in die ECDkomm-Grunddeckung und ECDkomm-Ertragsausfalldeckung. Die ECDkomm-Grunddeckung leistet bei unmittelbaren Vermögensschäden aus Datensicherheitsverletzungen, zum Beispiel Hacker-Angriffen oder Cyber-Diebstahl. Die ECDkomm-Ertragsausfalldeckung leistet bei Ertragsausfall, wenn der Betrieb unterbrochen werden muss.

Konsortialmodell für Sparkassen

Auch Sparkassen können sich seit Jahresmitte mit der „Sparkassen-Cyber-Versicherung“ noch stärker absichern, als sie es mit der Kassenversicherung ohnehin schon sind. Hier wurde eine Produktlösung über ein Konsortialmodell mit einem in diesem Segment international erfahrenen Versicherer gefunden. Die Sparkassen-Cyber-Versicherung bietet Versicherungsschutz für Datenschutzverletzungen und Sicherheitsverletzungen bei der Nutzung von EDV-Systemen und dem lnternet.

Pilotphase für Gewerbeprodukt

Laut einer aktuellen repräsentativen forsa-Umfrage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schätzen rund 75 Prozent der Entscheider kleiner und mittlerer Unternehmen die Gefährdung durch Cyber-Kriminalität zwar als hoch ein. Gleichzeitig verneinen aber zwei Drittel der befragten Mittelständler ein hohes Risiko von Cyber-Angriffen auf ihre Unternehmen. Die eigene Firma sieht man demnach weniger im Zentrum von Cyber-Attacken. Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Geschäftsführung, kommentiert dies so: „Auf die Erkenntnis, dass die Chancen der Digitalisierung auch Risiken mit sich bringen, folgt bis heute gerade in vielen mittelständischen Unternehmen nur ein Achselzucken. Wir brauchen eine neue Risikokultur für den Cyberspace.“


Generell muss die Sicherheit der Daten natürlich auch für Unternehmen hohe Priorität haben. Für das verbleibende Risiko brauchen sie Absicherungsmöglichkeiten. „Wir haben für kleine und mittlere Gewerbekunden eine spezielle Cyber-Versicherung entwickelt, die wir derzeit mit einigen Vertriebspartnern im Markt testen“, sagt Speil. Die Pilotphase sei bis Ende 2017 geplant. „Danach entscheiden wir, ob und mit welchem Inhalt wir die Cyber-Versicherung im gesamten Vertrieb ausrollen.“


Dr. Inge Sommergut

Cyber-Schutz für Privatkunden

Unser Direktversicherer BavariaDirekt bietet ab Herbst einen Schutz gegen Cyber-Risiken für private Internet-Nutzer an.