Innovativ, digitalisiert und wachstumsstark

Die BavariaDirekt wird schon zehn Jahre alt

Martin Fleischer

Christian Krams

Warum sich die traditionsreiche Versicherungskammer ein Unternehmen wie die BavariaDirekt leistet.

Vorstandsmitglied Martin Fleischer bringt es auf den Punkt: „Auch wenn es 2008 noch nicht in aller Munde war: Die Digitalisierung war in vollem Gange. Es ging um neue Technik, neue Vertriebswege und ein neues Kundenverhalten.“ Vorstandsmitglied Christian Krams: „Die Versicherungskammer hat mit der BavariaDirekt einen völlig neuen Zugang zur Gruppe der direkt-affinen Kun­den, die ihr ansonsten verschlossen bliebe. Außerdem konnten in den letzten Jahren zahlreiche Innovationen auf den Weg ge­bracht und in den Konzern getragen werden.“


Von Anfang an hatte die BavariaDirekt eine fast einzigartige Position: Als Corporate Start-up vereint sie agile Start-up-Gene mit der DNA eines sehr erfolgreichen und finanzkräftigen Konzerns. Dies ist die Basis für die erfolgreiche Entwicklung und macht sie darüber hinaus für interne und externe Bewerber sehr interessant.


Die BavariaDirekt hatte einen Forschungs- und Entwicklungsauftrag des Konzerns und wurde immer weiter ausgebaut zu einem operativen „Innovation Lab“. Sie war schon immer Testlabor, etwa für Telematik, Shareconomy oder Chatbots. Fleischer: „Wir müssen schneller als unsere Wettbewerber sein. 2008 sind wir mit den Zielen Wachstum, Forschung und Entwicklung gestartet. Das hat sich gewandelt zum ‚Kompetenzzentrum Digitalisierung‘, als das wir uns heute verstehen.“


Krams fügt hinzu: „Wir sehen uns als Innovationsmotor im Konzern, der vieles ausprobiert, von dem die anderen Konzern-Unternehmen profitieren können – sowohl bei Produkten und Services als auch bei Methoden und Vorgehensweisen.“


Dabei haben die Führungskräfte und Mitarbeiter immer auch neue Arbeitsmethoden angewandt, zum Beispiel „Lean Startup“. Dieser Ansatz hält alle Prozesse so schlank wie möglich. Mit wenig Kapital werden Produkte oder Dienstleistungen – ohne lange Planungsphase, sondern auf Basis von Markt- und Kunden-Feedback – in kurzer Ent­wick­lungszeit auf den Markt gebracht. Mithilfe von Kunden-Feedback werden sie stetig verbessert oder auch mal zurück­ge­nommen, wenn sie nicht ankommen („fail fast, fail cheap“). Die BavariaDirekt sieht ihre Kun­den als Partner und greift Trends im Markt- und Kundenverhalten auf.

Kontinuierlich positive Geschäftsentwicklung in Zahlen

Firmengeschichte: Etabliert im Online-Vertrieb

1991 wurde die Ostdeutsche Versicherung AG (OVAG) mit Sitz in Berlin gegründet. Zunächst hatte sie ihre Schaden- und Un­fall­ver­sicherungen vor allem den Mit­arbeitern des öffentlichen Dienstes in den neuen Bundesländern und Berlin angeboten. Ab 1994 erweiterte sie ihr Angebot auf alle Privatkunden im Geschäftsgebiet. Im Jahr 2005 kaufte die Versicherungskammer Bayern die OVAG; sie zog 2006 ins Berliner Firmengebäude der Feuersozietät ein.


Die Geburtsstunde der BavariaDirekt als Online-Marke der OVAG war 2008 – bei null, mit nur sechs Mitarbeitern. „Nach der Zustimmung durch den Verwaltungsrat konnten wir zum Jahresendgeschäft 2008 loslegen. Wir haben unsere Produktion be­gonnen, ohne eine Police drucken zu können. Schon im ersten Jahr waren wir überraschend erfolgreich“, erinnert sich Martin Fleischer.


Mittlerweile sind Online-Vergleichsportale ein etablierter Vertriebsweg. Die BavariaDirekt hat sich auf diesen Vergleichermarkt spezialisiert und ist dort sehr gut positioniert. So arbeitet sie neben Check24 mit über 500 weiteren Partnern. Daneben kümmern sich hoch spezialisierte Mitarbeiter im E-Commerce um eine opti­male Google-Platzierung und den Direkt­vertrieb.


Dabei wurde die BavariaDirekt relativ spät gegründet. „Die etablierten Marken wie CosmosDirekt, Europa, Ergo Direkt, Asstel waren schon da. Die zweite Welle der Direkt­versicherer kommt als digitale Versicherer an den Markt. Die werden so genannt, weil sie im Zeitalter der Digitalisierung gegründet wurden. Sie sind aber in vielen Fällen weniger digital als die BavariaDirekt. Wir sind schon wesentlich weiter als diese Ver­sicherer“, sagt Martin Fleischer. Damit meint er zum Beispiel die Lancierung einer Cyber-Versicherung für Privatkunden vor einem Jahr, die Just-in-time-Police oder die digitale Schaden­steuerung, also die Weiter­­ent­wicklung der Betrugs­erkennung auf Basis eines Regelwerks (vgl. dazu das Interview im Intranet).


Die BavariaDirekt hat sich jedes Jahr neu erfunden. Finanzkrise, Vertrauensverlust, Digitalisierung, also „in einem instabilen, komplexen Umfeld, das sich dramatisch verändert hat und weiter verändern wird. Dabei geht es immer auch darum, die Mit­arbeiter mitzunehmen und aktiv zu be­teiligen an den zahlreichen laufenden Ver­änderungen“, betont Christian Krams. Heute steht der Direktversicherer solide da.

Kontinuierlich positive Geschäftsentwicklung in Zahlen

(Stand: Ende 2017)

Die BavariaDirekt konnte im Geschäfts­jahr 2017 ihre gebuchten Brutto­beitrags­einnahmen um 17,6 Prozent auf fast 93 Millionen Euro steigern.


Der Bestand an selbst abgeschlossenen Versicherungen wuchs um 18,7 Prozent auf über 600.000 Verträge (davon rund 374 000 aktive Verträge im eigenen Bestand). Und sie hatte über 345 000 Kunden mit aktiven Verträgen. Stetig werden es mehr. Das Geschäft floriert vor allem in der Kraft­fahr­zeug­haft­pflicht-, der Kraft­fahr­zeug­voll- und der Allgemeinen Haft­pflicht­versicherung.


In den vergangenen Jahren hat sich die BavariaDirekt zu einem der führenden digitalen Versicherer für Kfz- und Sach­versicherungen entwickelt. Sie konnte ihren Markt­anteil im relevanten Geschäfts­bereich weiter ausbauen und sich erfolg­reich auf dem Direkt­versicherungs­markt etablieren. Konkret: In nur zehn Jahren steigerte sie ihren Umsatz bei durch­schnittlich 27 Prozent Wachstum pro Jahr auf inzwischen annähernd 100 Millionen Euro Beitrags­einnahmen – deutlich schneller als geplant. Dies hätte zur Gründung vor zehn Jahren sicher niemand für möglich gehalten.

Jürgen Haux

#3/18 Vertrieb + Markt