#4/17 Fakten + Hintergründe

Unwetter sind berechenbar

Neues aus dem Data-Analytics-Labor von 7DI02

Ob Sturm, Hagel oder Starkregen – Wetter­ereignisse können zerstörerisch sein und hinter lassen oft schwere Schäden. Mit dem Use Case zur Schadenprognose, den die Abteilung Big Data & Analytics (7DI02) zusammen mit weiteren öffentlichen Versi­cherern entwickelt hat, werden nun mögliche Gebäudeschäden vorhersagbarer. Das neue Tool überzeugt vor internationalem Publikum und Kunden aus der Banken- und Versi­cher­ungs­branche.

Chief Data Officer Dr. Shivaji Dasgupta

Nominiert & ausgezeichnet

Sortiert und analysiert man eine große Menge an unstrukturierten Daten, können viele völlig neue Erkenntnisse gewonnen werden. Das ist die Grundidee von Data Analytics (wir berichteten im innenreport 2/2017). Im Idealfall entsteht ein konkreter Nutzen daraus. So auch im Use Case Schadenprognose. „Wir haben historische Wetterdaten und Schaden­ereignisse ausgewertet. Mit dem Use Case können wir eine Prognose für mögliche Gebäudeschäden für jeweils 96 Stunden im Voraus abgeben“, sagt Dr. Shivaji Dasgupta, Abteilungsleiter von 7DI02.

Alle sechs Stunden wird die Vorhersage neu berechnet. Ihr liegen aktuelle Wetter­daten zugrunde, die ein Machine-Learning-Modell mit historischen Wetter­aufzeichnungen aus ganz Deutschland abgleicht. Die Prognose ist dabei sehr genau: In Rastern von neun Quadrat­kilo­metern ermittelt die Data-Analytics-Plattform die zu erwartenden Schäden und die Anzahl der betroffenen Kunden. „Diese Erkenntnisse lassen sich auf vielfältige Weise nutzen. Die Fach­berei­che können auf Grundlage der Daten zum Beispiel frühzeitig die Callcenter-Kapazi­täten in den Schadenabteilungen erhöhen, Plätze bei Partner-Handwerkern reservieren oder Kunden vor Schäden warnen“, sagt Dasgupta. Kein Wunder, dass auch andere öffentliche Versicherer die Anwendung nutzen möchten – allen voran die Provinzial Nordwest, ÖRAG, ÖSA, Öffentliche Braunschweig und SV Sachsen. Sie haben an dem Use Case mitgearbeitet und ihre Daten für die Prognoserechnungen bereitgestellt.


Kerstin Gubitz