# 4/18 Fakten + HIntergründe

Bayerisch, mittelständisch, innovativ: Unternehmer Karlheinz Leimer

Warum ein Lebensmittelproduzent aus Traunstein und die Versicherungskammer Bayern so gut zusammenarbeiten

Es ist ein Vergnügen, dem drahtigen, hoch­ge­wachs­enen Mann mit dem an­ge­nehmen bayerischen Dialekt zuzuhören. Vom ersten Satz an ist klar: Karlheinz Leimer investiert sein ganzes Herz­blut in das Unter­nehmen Leimer in Traun­stein, das 130 Mitarbeiter beschäftigt. Leimer exportiert seine Lebens­mittel­produkte mittler­weile in gut und gern 30 Länder. Doch einmal abge­sehen vom inter­natio­nalen Geschäft: Im Süden wie im Norden der Republik dürfte es kaum Menschen geben, welche die „Leimer Semmel­brösel“ nicht kennen. Die Autorin erinnert sich gut, dass ihre Freude groß war, wenn die Packung nach der Schule auf dem Küchen­tisch stand. Klares Indiz: Es gibt Schnitzel!

Doch werfen wir zunächst einen Blick auf die bescheidenen Anfänge: Der Großvater übernahm 1919 in Traunstein eine Bäckerei. Leimer entwickelte sich in den 50er-Jahren zu einer klassischen Wirtschafts­wunder-Geschichte. Karlheinz Leimers Vater hatte die geniale Idee, für die Brösel, die alther­gebracht aus alt­backenen Semmeln gemacht wurden, das Brot frisch zu backen. Und er ersann die not­wendigen technischen Ideen dafür. Man expandierte.

Sohn Karlheinz stieg 1994 ins Unter­nehmen ein. Sanft und zugleich hart­näckig setzte er nach und nach die notwendigen Neuerungen um, damit das Unternehmen am Puls der Zeit blieb, etwa zeitgemäße Veränderungen in den Produktionsstraßen oder die Quali­täts­zerti­fizierung nach International Food Standard (IFS). Leimers Augen funkeln, wenn er davon erzählt. Für ihn steht indes im Vordergrund, was man auf Neudeutsch Human Resources nennt: „Im Kern ist alles eine Frage der Mit­ar­bei­ter“, unterstreicht er.


„Das Schönste an meiner Arbeit ist, mit so vielen verschiedenen Menschen umzugehen“, fährt er fort. Die Mitarbeiter seien sehr motiviert, nicht zuletzt deswegen, weil seit geraumer Zeit ein „Wir-Gefühl“ im Mittelpunkt der Personalarbeit stehe. Besonders am Herzen liegt ihm der Nachwuchs. „Es freut mich so, wenn junge, auch ausländische Menschen ihre Energien bei uns entfalten können.“ Er versucht, jungen Leuten den Weg zu ebnen, etwa zeitliche Spielräume für Sprachkurse zu schaffen, da „die Sprache die wichtigste Hürde einer soliden Berufsausbildung ist“. Hier sieht er eine gesellschaftliche Aufgabe auch des Mittelstands.

Wie Roderus das Unternehmen Leimer begleitet

Für Leimer ist der gewerb­liche Ver­si­cherungs­schutz, den er über die Roderus Ver­si­che­rungs­management GmbH bezieht, eine wichtige Unter­stützung in seinem Unter­nehmer­alltag. Er schätze die Anstöße, die von Thomas Roderus kommen. Für Leimer ist es wichtig, dass Roderus nicht nach der „klassischen Denke des Ver­si­che­rungs­menschen“ verfahre und sich gut in die unter­nehmerischen An­for­derungen hinein­versetzen könne.

Die Firma Leimer arbeitet mit dem Roderus Ver­si­che­rungs­management schon seit langer Zeit zusammen. Für Inhaber Roderus ist das Wichtigste, zu seinen Kunden eine enge Beziehung zu pflegen: „Das zählt mehr als der Umsatz.“ Kunden wie Leimer auf ihrem Unter­nehmer­weg zu begleiten und ihre Risiken auszu­gliedern, darauf komme es an. Das heißt über­wiegend Arbeit im Ver­bor­genen: Roderus und sein Team kümmern sich um Brand­schutz­themen, klären komplexe Detail­fragen und stünden Leimer natürlich zur Seite, falls ein Schaden ein­treten würde.


Die Jahres­gespräche der Geschäfts­partner Leimer und Roderus sind zum frucht­baren Ritual geworden. „Dabei fragen wir systematisch alle Ver­änder­ungen ab, da wir mit dem Ver­si­che­rungs­schutz unter Umständen auf sie reagieren müssen. Wir bewerten Risiken und schauen uns gemeinsam die Planung für die Zukunft an“, erklärt Roderus.


Wie Leimer zeitlich all die vielfältigen Aufgaben stemmt? Auch hier gibt sich der Unter­nehmer bescheiden. Un­auf­geregt und wie selbst­ver­ständ­lich erzählt er von seiner Arbeits­woche, die deutlich länger als 40 Stunden währt. Er ist nämlich auch Hotel­manager in Bad Tölz. Es ist klar: Das Haus legt Wert auf eine gepflegte bayerische Küche, und dafür braucht es ein gutes Küchen­team. Das zu finden war nicht einfach, doch „jetzt hat es geklappt“, freut sich Leimer. Und wieder funkeln seine Augen. Nächstes Jahr feiert Karlheinz Leimer das hundertjährige Bestehen des Unter­nehmens Leimer. Alle werden sie kommen. Bei Leimer, da bleim’mer.


Dr. Inge Sommergut

Tonnenweise Brösel – Das Unternehmen Leimer in Traunstein

Täglich werden bei Leimer 300 Tonnen fri­sches Brot verarbeitet. Jeden Tag ver­lassen eine halbe Million Packungen das Werk, unter anderem mit Semmel­bröseln, Panier­mehl, Semmel­würfeln und Knödel­brot.