#4/18 Blickpunkt

Wie kommen eigentlich Sachbearbeiter aus Kranken Leistung und Spezialisten für Zahnersatz-Versicherung zusammen? Wie kann dabei Connect helfen? Mit einer Lösungsmöglichkeit beschäftigt sich die Arbeitsgruppe MEDEA.

Digitale Werkzeuge und Kanäle bieten viele Chancen. Mitarbeiter können sich vernetzen, Wissen austauschen, Prozesse einfacher und effektiver gestalten. Über die Tools lassen sich Ideen entwickeln und verwirklichen. Kurz gesagt: Mit digitalen Mitteln können wir alte Muster brechen und Neues umsetzen.

Aktiv werden und einfach ausprobieren

Wir können die Möglichkeiten jedoch nur dann ausschöpfen, wenn alle Mit­arbeiter die Werk­zeuge und Platt­formen richtig anwenden können. An diesem Punkt ist jeder selbst gefordert. Auch wenn es Hilfe­stellungen gibt, lernen und ver­inner­lichen wir den Umgang mit neuen Werkzeugen oder das Um­setzen neuer Pro­zesse am besten, wenn wir selbst aktiv werden, aus­pro­bieren und immer wieder üben.

Konkreter Nutzen: Zahnersatz in der ersten MEDEA-Praxisphase

Dieser Logik folgt das Projekt MEDEA (Medien­kompetenz – Erfahrungs­geleitet – Arbeits­integriert). Das vom Bundes­ministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungs­projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Mitar­beiter Medien­kompetenz im Umgang mit neuen Tools erwerben und wie sich diese auf die Arbeit auswirkt. Dazu wurde ein Medien­bildungs­konzept entwickelt, das nun in der Praxis erprobt wird.

2017 startete im Konzern Ver­si­che­rungs­kammer eine erste Praxis­phase. Mit­ar­beiter aus C2LK18, C2LM03 und 6KB10 bildeten zusammen mit einem externen Projekt­leiter der GAB (Gesell­schaft für Aus­bildungs­forschung und Berufs­entwicklung) München ein Team. Abteilungs­leiterin Stephanie Zewe (C2LK18) steuerte das Mit­einander zwischen intern und extern. Sie erarbeiteten, wie Connect für den hie­rarchie- und abteilungs­übergreifenden Aus­tausch bei komplexen Frage­stel­lun­gen zum Thema Zahn und Zahn­ersatz eingesetzt werden kann. Im Vorder­grund stand, nicht nur mit Connect zu arbeiten, sondern zugleich einen konkreten Nutzen zu schaffen. „Wir können über das Pilot­projekt auch Erkennt­nisse gewinnen, wie wir bisher zusammen­arbeiten und wie wir zukünftig mithilfe digitaler Medien vielleicht noch besser zusammen­arbeiten können“, erklärt Personal­entwicklerin Claudia Putz (1PA06).

Selbstständig im Team dazulernen

Statt einer Frontal­schulung setzt man im Medien­bildungskonzept von MEDEA auf den Wechsel aus Work­shops und individuellen Praxis­phasen. Das Projekt­team kreiert im Work­shop Frage­stellungen, die dann über die nächsten Tage oder Wochen in der Praxis­phase während der täglichen Arbeit beantwortet werden. Auf diese Weise werden die Mitarbeiter selbst aktiv und üben mit dem Tool. Bei et­wai­gen Schwierig­keiten hilft das restliche Team. Der externe Projekt­leiter oder Lern­coach übernimmt eine moderierende Rolle. Inhaltlich im Thema und damit ver­ant­wort­lich ist das Team.

Sich einem Medium einmal anders nähern

Das Medien­bildungs­konzept von MEDEA erlaubt es Mitarbeitern, sich einem neuen Werk­zeug oder einer neuen Platt­form auf eine andere Art und Weise zu nähern als bisher: selbst­ständig, aktiv und von Anfang an in die Nutzung mitein­bezogen. „Natürlich waren die Mit­arbeiter in den Work­shops und Praxis­phasen gefordert“, erzählt Stephanie Zewe. „Sie konnten eigene Ideen ein­bringen und sich durch die Zusammen­arbeit im Team gegen­seitig unterstützen und gemeinsam voran­bringen. Die Scheu gegenüber dem neuen Medium Connect wurde abgebaut, und die Mit­arbeiter stellten bald fest: Die Arbeit im Team und mit dem Tool macht Spaß.“ Zu­sätzlich wurde damit ein Austauschformat für Spezialisten und Mitarbeiter aus der Leistungs­sach­bearbeitung geschaffen, das bei konkreten Frage­stellungen rund um das Thema Zahn­ersatz die speziellen Antworten wieder für alle verfügbar macht – und somit zum breiten Wissens­transfer und Kompetenz­aufbau beiträgt.

Vorlage für neue Trainingsmethoden

Für die Zukunft hofft Zewe darauf, dass das über MEDEA entwickelte Konzept häufiger bei der Ein­führung neuer Medien verwendet wird. „Unsere Arbeits­welt wird immer digitaler, und deshalb wird auch Medien­kompetenz immer wichtiger“, so Zewe. Wesent­liche Essenz aus dem Projekt ist auch eine ausführliche Definition von Medien­kompetenzen zur Sensi­bili­sierung dieser An­forderungen bei Führungs­kräften und Mit­arbeitern.


Auch die Personal­entwicklung ist überzeugt, dass der Ansatz eine zukunfts­trächtige, neue Möglichkeit der Zusammen­arbeit darstellt. Momentan laufen die Planungen für ein zweites Pilot­projekt. Danach soll überlegt werden, wie mit­hilfe der ge­won­ne­nen Er­kennt­nisse ein unter­nehmens­weit ver­fügbares An­ge­bot zum Training der Medien­kompetenz ent­wickelt werden könnte.


Julia Stange

Connect sinnvoll nutzen